
Kritische Magento Schwachstelle CVE-2026-75650 wird aktiv ausgenutzt
Eine kritische Sicherheitslücke in Adobe Commerce und Magento Open Source wird aktiv von Angreifern ausgenutzt. Die als CVE-2026-75650 registrierte Schwachstelle kann zur Ausführung von Schadcode auf betroffenen Magento-Systemen führen. Adobe bewertet die Sicherheitslücke mit einem CVSS-Score von 10.0 und damit mit der höchstmöglichen Kritikalitätsstufe.
Betreiber von Magento- und Adobe-Commerce-Onlineshops sollten deshalb unverzüglich prüfen, ob ihre Umgebung betroffen ist, den verfügbaren Sicherheitsfix installieren und Systeme, die während des gefährdeten Zeitraums öffentlich erreichbar waren, zusätzlich auf eine mögliche Kompromittierung untersuchen.
Magento Schwachstelle CVE-2026-75650
Die Schwachstelle betrifft Adobe Commerce und Magento Open Source und steht im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Templates. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Angreifer manipulierte Eingaben einschleusen und dadurch die Ausführung von nicht vorgesehenem Code erreichen.
Da Magento-Onlineshops geschäftskritische Daten verarbeiten und häufig direkt mit Zahlungs-, Kunden- und Bestellsystemen verbunden sind, kann eine erfolgreiche Ausnutzung erhebliche Auswirkungen haben.
Die wichtigsten Informationen
- Produkt: Adobe Commerce / Magento Open Source
- CVE: CVE-2026-75650
- Adobe Bulletin: APSB26-146
- Schweregrad: Critical
- CVSS: 10.0
- Typ: Template Injection / Remote Code Execution
- Mögliche Folge: vollständige Kompromittierung des Onlineshops
- Exploit-Status: aktive Ausnutzung beobachtet
- Maßnahme: Sicherheitsfix unverzüglich installieren und Umgebung kontrollieren
Warum ist diese Magento Schwachstelle kritisch?
Remote Code Execution gehört zu den schwerwiegendsten Sicherheitsproblemen für einen öffentlich erreichbaren Webshop. Gelingt die Ausnutzung, kann ein Angreifer eigenen Code innerhalb der betroffenen Umgebung ausführen.
Abhängig von der Magento- und Serverkonfiguration kann ein Angreifer anschließend unter anderem:
- Magento-Dateien verändern;
- Malware oder Webshells installieren;
- Kunden- und Bestelldaten auslesen;
- Zahlungsprozesse manipulieren;
- Administratorkonten oder andere Zugänge einrichten;
- Checkout-Seiten manipulieren oder Skimming-Code installieren;
- Cronjobs und andere Persistenzmechanismen einrichten;
- versuchen, zusätzlichen Zugriff auf die Serverumgebung zu erhalten.
CVE-2026-75650 wird aktiv ausgenutzt
Besonders wichtig ist, dass es sich nicht lediglich um eine theoretische Schwachstelle handelt. Es wurden aktive Angriffe auf Magento- und Adobe-Commerce-Umgebungen beobachtet.
Öffentlich erreichbare Magento-Systeme sollten deshalb nicht nur gepatcht werden. Wenn eine betroffene Installation vor der Installation des Sicherheitsfixes erreichbar war, sollte zusätzlich überprüft werden, ob bereits ein Angriff stattgefunden hat.
Adobe Sicherheitsfix VULN-39341
Adobe hat für die Schwachstelle Sicherheitsinformationen und den Hotfix VULN-39341 veröffentlicht. Betreiber betroffener Adobe-Commerce- und Magento-Open-Source-Installationen sollten den für ihre Umgebung vorgesehenen Sicherheitsfix unverzüglich anwenden.
Nach der Installation sollte technisch überprüft werden, ob der Patch korrekt angewendet wurde und ob die produktive Magento-Umgebung tatsächlich geschützt ist.
Was sollten Sie jetzt tun?
- Überprüfen Sie die eingesetzte Magento- beziehungsweise Adobe-Commerce-Version.
- Prüfen Sie anhand der Adobe-Sicherheitsinformationen, ob Ihre Installation betroffen ist.
- Installieren Sie den verfügbaren Sicherheitsfix beziehungsweise Hotfix VULN-39341 unverzüglich.
- Kontrollieren Sie anschließend, ob der Patch erfolgreich angewendet wurde.
- Überprüfen Sie öffentlich erreichbare betroffene Systeme auf Hinweise auf eine Kompromittierung.
- Sichern Sie relevante Logs, bevor verdächtige Dateien oder Prozesse entfernt werden.
Magento auf eine mögliche Kompromittierung prüfen
Aufgrund der aktiven Ausnutzung empfehlen wir bei zuvor verwundbaren Installationen eine zusätzliche technische Untersuchung.
- Überprüfen Sie kürzlich erstellte oder veränderte PHP-, PHTML- und JavaScript-Dateien.
- Kontrollieren Sie Magento-Administratorkonten auf unbekannte Benutzer.
- Überprüfen Sie Module und Themes auf unerwartete Änderungen.
- Kontrollieren Sie Webserver- und PHP-Logs auf ungewöhnliche Requests und Fehler.
- Überprüfen Sie Magento-Cronjobs und Server-Crontabs auf unbekannte Aufgaben.
- Kontrollieren Sie laufende Prozesse auf ungewöhnliche oder unbekannte Prozesse.
- Überprüfen Sie Webverzeichnisse und temporäre Verzeichnisse auf Webshells oder andere verdächtige Dateien.
- Kontrollieren Sie Checkout- und Zahlungsdateien auf unbekannten JavaScript-Code oder andere Manipulationen.
- Überprüfen Sie verfügbare WAF-, Malware- und Sicherheitslogs.
Nach einer Kompromittierung reicht der Patch nicht aus
Wenn ein Angreifer die Schwachstelle bereits erfolgreich ausgenutzt hat, entfernt die Installation des Sicherheitsfixes keine zuvor installierten Backdoors oder andere Veränderungen.
Ein Angreifer kann zusätzliche PHP-Dateien, Webshells, Benutzerkonten, Cronjobs oder andere Persistenzmechanismen eingerichtet haben.
Bei einer bestätigten Kompromittierung sollten relevante Zugangsdaten und Secrets überprüft und gegebenenfalls ersetzt werden. Dazu können Magento-Administratorkonten, Datenbank-Zugangsdaten, API-Schlüssel, Integrations-Tokens und Zugangsdaten zu angebundenen Diensten gehören.
Bei Onlineshops sollte außerdem besonders sorgfältig geprüft werden, ob Checkout- oder Zahlungsprozesse manipuliert wurden.
Verantwortung für Magento-Updates
Kunden ohne Managed-Magento- beziehungsweise Managed-CMS-Wartung sind selbst dafür verantwortlich, Magento, Adobe Commerce, Erweiterungen, Themes und andere Komponenten rechtzeitig zu aktualisieren und verfügbare Sicherheitsfixes zu installieren.
Wenn ein Onlineshop aufgrund von Missbrauch, Malware oder nachweislich überfälliger Wartung ein Risiko für unsere Infrastruktur, andere Kunden oder Dritte darstellt, kann Vservs die betreffende Website oder den Dienst vorübergehend isolieren oder deaktivieren.
Dies erfolgt ausschließlich als Sicherheits- und Kontinuitätsmaßnahme, um weitere Schäden, Missbrauch oder die Verbreitung von Malware zu verhindern.
Managed VPS Hosting von Vservs
Kritische Magento-Schwachstellen wie CVE-2026-75650 zeigen, dass die Sicherheit eines Onlineshops nicht ausschließlich von Magento selbst abhängt. Auch Betriebssystem, PHP, Datenbank, Webserver und die technische Serverkonfiguration müssen kontinuierlich gepflegt werden.
Mit Managed Hosting von Vservs können Unternehmen den technischen Betrieb ihrer Serverumgebung durch Vservs betreuen lassen.
Benötigen Sie Unterstützung bei der Installation des Magento-Sicherheitsfixes oder möchten Sie prüfen lassen, ob Ihr Onlineshop bereits kompromittiert wurde? Vservs kann die Umgebung technisch untersuchen und bei der Absicherung oder Wiederherstellung unterstützen.

